Technische Richtlinien

Richtlinie zur Beurteilung der visuellen Qualität von Glas

Diese Richtlinie gilt für die Beurteilung der visuellen Qualität von Glas für das Bauwesen (Verwendung in der Gebäudehülle und beim Ausbau von baulichen Anlagen/Bauwerken). Die Beurteilung erfolgt entsprechend den nachfolgend beschriebenen Prüfgrundsätzen mit Hilfe der in der Tabelle nach Abschnitt 3 angegebenen Zulässigkeiten.
Bewertet wird die im eingebauten Zustand verbleibende lichte Glasfläche. Isolierglas in der Ausführung mit beschichteten Gläsern, in der Masse eingefärbten Gläsern, Verbundgläsern oder vorgespannten Gläsern (Einscheiben-Sicherheitsglas, teilvorgespanntes Glas) können ebenfalls mit Hilfe der Tabelle nach Abschnitt 3 beurteilt
werden.
Die Richtlinie gilt nicht für Glas in Sonderausführungen, wie z.B. Glas mit eingebauten Elementen im Scheibenzwischenraum (SZR) oder im Verbund, Glaserzeugnisse unter Verwendung von Ornamentglas, Drahtglas,Sicherheits-Sonderverglasungen (angriffhemmende Verglasungen) Brandschutzverglasungen und nicht
transparenten Glaserzeugnissen. Diese Glaserzeugnisse sind in Abhängigkeit der verwendeten Materialien, der
Produktionsverfahren und der entsprechenden Herstellerhinweise zu beurteilen.
Die Bewertung der visuellen Qualität der Kanten von Glaserzeugnissen ist nicht Gegenstand dieser Richtlinie.
Bei nicht allseitig gerahmten Konstruktionen entfällt für die nicht gerahmten Kanten das Betrachtungskriterium
Falzzone. Der geplante Verwendungszweck ist bei der Bestellung anzugeben.
Für die Betrachtung von Glas in Fassaden in der Außenansicht sollten besondere Bedingungen vereinbart werden.

Kondensatbildung bei neuer Isolierverglasung

Auch bei neuen Fenster mit moderner Wärmeschutzverglasung kann sich an der äußeren Glasoberfläche Kondensat auftreten.
1. Tauwasserbildung zum Innenraum.
Moderne Fenster weisen eine hohe Dichtigkeit aus. Wärmeverluste werden reduziert, der Feuchtigkeitsaustausch dabei leider aber auch verhindert. Bei Erreichen einer bestimmten Luftfeuchtigkeit beschlägt die Innenscheibe. Dies kann durch regelmäßiges Lüften verhindert werden.
2.  Tauwasserbildung auf der Aussenseite.
Durch die hohe Wärmedämmung moderner Scheiben erwärmt sich die äußere Scheibe nur sehr gering. Der niederige Ug Wert hält die Wärme im Raum, es gelangt  nur sehr wenig Energie von Innen nach Aussen. Bei tiefen Nachttemperaturen kühlt die witterungsseitige, äußere Scheibe stark ab. Wenn dann noch die Luftfeuchtigkeit aussen sehr hoch ist,  insbesondere im Frühling oder im Herbst, kann es zu Tauwasserbildung auf der äußeren Scheibe kommen. Sobald ein paar Sonnenstrahlen den Tag erhellen entfernt sich der Beschlag . An der Qualität Ihrer neuen Fenster brauchen Sie nicht zu zweifeln. Ganz im Gegenteil, dieser Vorgang ist sogar ein Kennzeichen bester Wärmedämmung .

Richtig lüften bei neuen Fenstern

Herzlichen Glückwunsch zu Ihren neuen Fenstern. Sie sind pflegeleicht, haben einen hohen Bedienungskomfort, dichten bestens ab und halten die Wärme im Raum.

Wichtig ist jedoch, jetzt richtig zu lüften. Was Ihnen vorher die alten undichten Fenster abgenommen haben müssen Sie selber erledigen.

Was bewirkt richtiges Lüften?

Lüften bewirkt den Austausch von Luft zwischen Außen- und Innenraum. Die Innenraumluft soll aus dem Innenraum entfernt werden, weil sie "verbraucht" ist, zum Beispiel durch Atmung der Bewohner oder durch Kerzen, gerade jetzt im Advent und sie enthält  Luftverschmutzungen , Ausdunstungen von Möbeln, Teppichen  und Baustoffen, Staub, vereinzelt auch schon mal giftige Gase.

Ein weiterer Grund für´s Lüften  ist der hohe Gehalt an Luftfeuchtigkeit   z.B. in Badezimmern. Auch Kochdünste,  Ausdünstungen durch Ausatmung, gerade in Schlafräumen  und durch Schwitzen der Bewohner wird Wasser an die Innenraumluft abgegeben.

Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte Luft. Wenn nicht gelüftet wird, setzt sich die Feuchtigkeit im Raum ab (Kältebrücken), es bildet sich hochgiftiger Schimmel.

Und wie lüften Sie richtig?

Zur Verringerung der Luftfeuchte ist kurzes Stoßlüften geeignet, vorausgesetzt  die Außenluft ist kälter als die Innenluft. Das ist eigentlich die Regel.

Generell ist die Luftfeuchtigkeit der Außenluft morgens am geringsten. Somit empfiehlt sich besonders bei Feuchtigkeitsproblemen morgendliches Stoßlüften. Hier wird die Luft schnell ausgetauscht und es geht nur die in der Luft gespeicherte Wärmeenergie verloren. Die in den Bauteilen (Wände, Decken, schweres Mobiliar) gespeicherte Wärmeenergie bleibt hingegen weitgehend erhalten, da diese eine gewisse Zeit brauchen, um die Wärme abgeben zu können. Das eigentliche Ziel der Lüftung, der hygienische Luftaustausch, ist erreicht.

Und was passiert, wenn die Fenster den Tag über „ auf Kipp“ stehen?

Bei langanhaltender Lüftung, z. B. durch stundenlanges Kippen der Fenster, geben die Bauteile ihre Wärme an die Luft ab, welche wiederum mit der kalten Außenluft ausgetauscht wird. Dadurch kommt es in der Regel zu einem vermeidbar hohen Energieverlust; beim nächsten Aufheizvorgang müssen auch die Bauteile wieder auf Raumtemperatur aufgeheizt werden und nicht nur die ausgetauschte Raumluft. Deshalb soll während der ganzen Heizperiode in allen Räumen (auch Nassräumen) das Stoßlüften praktiziert werden.

Regelmäßiges Lüften heißt, dass Sie und Ihr „ Zuhause“ gesund bleiben. Und das wünschen wir Ihnen.